Google mit Spracherkennung: Durchsuchbare Politikerreden auf YouTube

Google experimentiert anlässlich der Wahlkampf-Show ASSP (Amerika sucht seinen Superpräsidenten) mit Spracherkennung: Die auf YouTube publizierten Reden der Präsidentschaftskandidten will Google automatisiert in durchsuchbare Texte transkribieren:
“Google Elections Video Search” heisst der Service und ist derzeit nur als iGoogle-Tool nutzbar. Die Umwandlung neuer Videos dauere einige Stunden, wie Google-Produktmanager Sahuguet und Bezman im Unternehmensweblog schreiben.

Eine nette Idee: Die argumentativen ZigZags von Politikern werden so einfach durchsuchbar. Denkbar wäre auch die Einrichtung eines “Google Alerts” per e-Mail bei jedem gebrochenen Wahlversprechen (anderseits: meine Inbox ist schon jetzt hoffnungslos überfüllt..) oder “Google Trends für Spin” und andere Services im Dienste der Bürgerschaft.

Die Nutzer beklagen derweil aber die mangelhafte Qualität des Angebotes, lediglich die Produktidee an sich findet grossen Anklang. Spracherkennung ist in der Tat technisch eine fast unlösbare Aufgabe: Selbst sündteure Programme wie “Dragon Naturally Speaking” können die hohen Erwartungen kaum erfüllen.

Google wird die zugrundeliegende Technologie zweifellos weiter vorantreiben und damit dem erklärten Ziel der totalen Indexierung aller real existierenden Information ein grosses Stück näher kommen. Das sollte uns allen Angst machen.

Linkliste: Rechnungen, Mahnungen und Aufträge online verwalten

Verwaltungsprogramme für Freelancer waren vor wenigen Jahren noch entweder inexistent, da eher für KMU konzipiert, sündteuer oder überladen mit Funktionen, die jeweils nicht benöftigt wurden. Die gesamte Auftragsverwaltung, die Kundendaten, sowie die gesamte Buchhaltung wurden daher stets umständlich auf Papier oder mit Exceltabellen bewältigt.

Inzwischen aber gibt es nicht nur einige vielverprechende Desktop-programme für Freelancer, sondern inzwischen auch im deutschsprachigen Raum einige Webservices, welche teilweise kostenlos, meist aber mit vernünftigen Preisplänen bei der Auftragsverwaltung, dem Rechnungs- und Mahnwesen automatisierte Unterstützung anbieten. Abgesehen davon, dass es zumindest pikant ist, Kundendaten, Rechnungen und das Mahnwesen fremden, unlizensierten Diensten und Servern anzuvertrauen, sind sämtliche Dienste jeweils nur in einer Sprache erhältlich: Rechnungen, Mahnungen, Angebote können nur auf Deutsch ausgegeben werden.

Diese Dienste, so sinnvoll und durchdacht sie im einzelnen auch sein mögen, sind also Freelancern, welche eine sprachraumübergreifende Kundschaft bedienen, nicht vonnutzen. Die allerwenigsten, ausschliesslich englischsprachigen Services erlauben überhaupt in verschiedenen Währungen (Dollar, Euro, Schweizer Franken, etc) abzurechnen! Deutschsprachige Services erlauben die Nutzung und Abrechnung immer nur mit Euro.

Ein einziges Programm, welches sich auch zur wahlweisen, multilingualen Ausgabe von Rechnungen und Mahnungen überreden lässt, erlaubt auch die parallele Verwaltung von Aufträgen in verschiedenen Währungen.

Im deutschsprachigen Raum buhlen folgende Onlinedienste zur Kunden- und Auftragsverwaltung, Rechnungs- und Mahnwesen um Nutzer:

http://www.billomat.com/
billomat.com rechnunge mahnungen

Angebote, Rechnungen, Produktverwaltung, Rechnungsverfolgung

.

.

.

http://www.fastbill.com/

fastbill.com rechnungen online

Produktverwaltung, Kundenverwaltung, Rechnungen, Timetracking, Dokumentenmanagement

.

http://www.webfibu.de/

wefibu.de finanzbuhhaltung online

Mächtige, eher traditionelle Online- Finanzbuchhaltung

.

.

.

.

http://www.easybill.de/

easybill.de rechnungsverwaltung online

Angebote, Rechnungen, Mahnungen, Auswertungen

.

.

.

https://www.salesking.eu/
noch closed beta….

Englischsprahige Dienste sind deutlich mächtiger, umfangreicher und flexibler, kranken aber genauso an fehlender Lokalisierung:

http://invoicemachine.com/
http://www.getcashboard.com/
http://www.blinksale.com/home
http://www.invoicesmadeeasy.com/
http://www.invoiceplace.com/
http://www.invotrak.com/
http://www.simplybill.com/
http://www.simplyinvoices.com/
https://www.time59.com/
http://veetro.com/
http://www.sidejobtrack.com/

Speziell für Freelanceübersetzer gemacht ist das Programm für Arbeitsplatzrechner Translation Office 3000 neu in Version 9, welches die gesamte administrative Arbeit auf einer Datenbank managt und auf Knopfdruck versandfertige Rechnungen, Angebote und Mahnungen erstellt.
Funktionen unter anderem: Kundendatenbank, integrierter Wordcount, Angebote, Rechnungen, Mahnungen, Auftragsverwaltung und -archivierung, FTP-Verwaltung für Kundendokumente, Zahlungsverwaltung (incl. Steuer, Rabatte), mehrsprachige Vorlagen, integrierte Währungsumrechnung.
Translation Office funktioniert bei uns blendend!

UPDATE: “Selbständig im Netz” hat einen ausführlicheren Test zu einigen hier vorgestellten Diensten veröffentlicht. Solche Angebote sind im Kommen.

Pfuschr.com My-Ausbeutr.de Sweatshopping.net

Es ist eine Schande wie das Web2.0 -und das kommerzielle Internet überhaupt- immer mehr zweifelhafte und betrügerische Geschäftsmodelle hervorbringt. Dass Nichts jemals ‘gratis’ ist, sondern dass die meisten `kostenlosen` Angebote auf Kosten des Datenschutzes, der Moral, der Qualität, etc. gehen, sollte inzwischen wohl jedem bekannt sein.

Pfusch.com
Eine neue Welle ausbeuterischer Websites überschwemmt nun auch bisher vom ‘Segen’ solcher Angebote weitgehend verschont gebliebener Nischen. Die Rede ist von sogenannten Auktionswebsites für Arbeit, Websites bei denen ausgeschriebene Arbeiten an den Dienstleister mit dem billigsten(!) Angebot gehen.

Aggressiv beworben wird nun auch onehourtranslation.com. Selbstbeschreibung “Translate your text to any language, Get 24/7 immediate service by translators worldwide, Enjoy fastest service, Save money with lowest translation costs, Translated 77594 Words By 1707 Translators”. Solche Sweatshops von Leuten, die von Übersetzung offensichtlicherweise keinerlei Ahnung haben (sonst würden sie nicht im Scherz solche Angebote verbreiten) wären eine Erwähnung nicht wert, wenn sie nicht einen wichtigen und harten Beruf zum Schaden aller billigst nachahmen. Drei Dollarcent pro übersetzes Wort wäre auch für ein AuPair eine Beleidigung.

Vielsprachigkeit in Europa: Man spricht französisch

Die ‘Neue Zürcher Zeitung’ führt in “Bekenntnis zur Vielsprachigkeit” ein lesenswertes Gespräch mit Roger Nunn, seines Zeichens Mitarbeiter der Kommission für Sprachpolitik bei der EU: Er verteidigt die Vielsprachigkeit Europas, erklärt geduldig, warum eine ‘lingua franca’ mehr schadet als nutzt und zeigt die Schwierigkeiten einer Sprachpolitik im Spannungsfeld zwischen Fortschritt und angeblichen, globalen Sachzwängen.

Französisch

Sarkozy illustriert seine Vorstellung europäischer Einigung

Die Märkische Allgemeine erinnert daran, dass bei sprachpolitischen Themen gerne auch mal scharf geschossen wird: Vor der französischen Ratspräsidentschaft liegen sich Deutsche und Franzosen in den Haaren: Während Deutsche die schleichende Verdrängung ihrer Muttersprache als eine der Hauptsprachen der EU schon länger beobachten (und fürchten), zögern die neokonservativen Desperados um Nicolas “Débarrasser-de-cette-racaille” Sarkozy nicht, weiter Öl ins Feuer zu pumpen:
„In den Sitzungen sprechen die Vertreter Frankreichs Französisch, gleichgültig ob es eine Übersetzung gibt oder nicht“ oder „Jeder Umstand, der den Gebrauch des Französischen nicht möglich macht, muss ins Protokoll aufgenommen und den französischen Behörden gemeldet werden“ sind die unmissverständlichen Anweisungen an alle (französischen) EU- Diplomaten.

Die Themen werden uns hier also nicht so schnell ausgehen..

Bekenntnis zur Vielsprachigkeit

EU-SPRACHENSTREIT: Man spricht französisch