Unsere Gemüse-Sklaven in Spanien
Oder, frei nach A. Merkel: Die Krise ist bei den Menschen angekommen.

Die erschütternde Reportage des schweizer Magazins “Die Ratten-Menschen von El Ejido” zeigt die Lebenswelt derer, die als Arbeitsmigranten auf den unzähligen andalusischen Gemüseplantagen schuften (wenn sie Glück haben). Und wie die Krise gerade sie besonders hart trifft: Der Preisverfall von Gemüse und die europaweit sprunghaft angestiegene Arbeitslosigkeit, die dazu geführt hat, dass “sich Afrikaner mit Ukrainern um schlecht bezahlte Drecksarbeit streiten und jeder fünfte Spanier ohne Job ist”, entzieht ihnen nach ihrer Würde nun auch noch die mehr als bescheidene Lebensgrundlage.
Apropos: Dank dem informierten Kommentar von P. Roediger sei hier illustriert, wieviel spanischen Bauern vom oft masslos überhöhten Verkaufspreis Ihrer Früchte und Gemüse in unseren Supermärkten erhalten, um sich und die Erntehelfer zu entlohnen:
Zum Beispiel Tomaten (die viel gerühmten aus Spanien)
In einer solchen Halle (Invernaderos) sind 200 bis 300 Tomaten Setzlinge das Stück zu 0.15 – 0.27 €.
Setzten, täglich bewässern, düngen, hochbinden (übrigens mit reiner Chemie) man will ja möglichst schnell viel haben. So, nun die Ernte. Da Saison für Tomaten ist erhält man beim abliefern wenn’s gut geht pro Kilo 0.80 €. Im Verkauf bei uns in der Schweiz kostet das Kilo dann CHF 4.50 – 8.50.
Oder
Avocados beim Abliefern pro Kilo 0.60 – 0.80 € (Pro Kilo ca. 5 bis 6 Stück). Im Verkauf in der Schweiz das Stück CHF 3.50 oder mehr. Wobei Spanische Avocados bekommt man schon gar nicht. Es werden einem lieber die aus Südamerika vorgesetzt.
Wussten Sie dass es Avocados mit ganz bestimmten Geschmacksrichtungen gibt? Wie z.Z. Hass, Fuerto, Melon (das Stück bis zu einem Kilo schwer), Beken.
Zitronen die verfaulen bei uns am Baum. Beim Abliefern erhalten sie wenn’s gut geht fürs Kilo 0.20 € bis 0.25 € Das lohnt sich nicht mal für den Treibstoff den sie verbrauchen zum abliefern.
Es ist somit wohl oder übel klar, weshalb den Hilfskräften nicht mehr als unbedingt nötig ist bezahlt werden kann. Zwischen 20.00 € bis 35.00 € im Tag wenn’s hoch kommt.
Wers nicht glaubt, kann ja mal bei einer Ernte von Avocados mitmachen. Vom 08:00 bis 15:00 mit einer halben Stunde Pause. Einzeln vom Baum pflücken, in Kisten abfüllen. Zum Sammelplatz. Tort wird jede Avocados einzeln nochmals in die Hand genommen um den Stiel abzuschneiden und wieder in Kisten a 25 Kilo eingelegt. Und nun ab zur Annahmestelle in 60 Km Entfernung.

